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In ganz Europa laufen Diskussionen über steigende Kosten und wachsende Defizite im Gesundheitswesen. Die folgenden Reformen gleichen sich: Überall zieht sich die öffentliche Hand aus der Versorgung zurück. Leistungen werden gekürzt, Selbstbehalte erhöht, Krankenhäuser geschlossen oder privatisiert.
Die entstehenden Lücken nutzen Privatunternehmen. Sie besetzen immer öfter Schlüsselpositionen im boomenden, aber nicht mehr öffentlich finanzierbaren Gesundheitswesen. In Deutschland gehören bereits 20 Prozent aller öffentlichen Krankenhäuser privaten Konzernen, die auch schon in Österreich Fuß gefasst haben. Fast wöchentlich berichten deutsche Medien von neuen Privatisierungen. Parallel droht jedem vierten Krankenhaus in den kommenden Jahren das Aus. Die Entwicklungen haben nun sogar die Kartellbehörden auf den Plan gerufen. Sie wollen die Aktivitäten der privaten Klinikkonzerne genauer prüfen.
Gleichzeitig steigen Selbstbehalte für die Patienten und mit ihnen die Marktanteile privater Zusatzversicherungen. Wer es sich leisten kann, bekommt weiterhin eine umfassende Versorgung. Andere müssen warten.
Die Gesundheitssysteme sind auf dem Weg zu amerikanischen Verhältnissen: Der Staat zieht sich aus der Versorgung zurück, Eigenverantwortung und Wettbewerb gelten als Wundermittel. Patienten müssen immer mehr aus der eigenen Tasche zahlen, weil der Staat die Mittel nicht mehr zur Verfügung stellen kann – oder will.
Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit zeigt diese Entwicklungen im internationalen Vergleich (u. a. Deutschland, Schweiz, Schweden, USA) auf und stellt die Akteure, deren Pläne und Netzwerke dar. Es fokussiert aber auch die Situation der Betroffenen und zeigt Auswege: Welche Auswirkungen haben die aktuellen Trends auf die Patienten? Und wie können sie sich schützen? Welche Alternativen gibt es zur Privatisierung der Gesundheitssysteme?
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